ESF+-Veranstaltung in Malmö
September 2025
Stärkung der Nationalen Kompetenzzentren für Soziale Innovation durch wissenschaftliche Ansätze
Vom 10. bis 12. September 2025 trafen sich Vertreter:innen der Nationalen Kompetenzzentren für Soziale Innovationen in Malmö, Schweden. Das schwedische Nationale Kompetenzzentrum für Soziale Innovationen, geleitet von der Universität Malmö, hatte zu dem Lern- und Vernetzungstreffen in Kooperation mit der European Competence Centre for Social Innovation eingeladen. Unter dem Titel „Advancing Social Innovation through Collaboration and Knowledge Sharing“ (auf Deutsch: „Soziale Innovation durch Zusammenarbeit und Wissensaustausch vorantreiben“) diskutierten Teilnehmer:innen aus ganz Europa die Bedeutung wissenschaftlicher Ansätze für die Arbeit der Kompetenzzentren. Begleitende Projektbesuche lieferten wertvolle Beispiele guter Praxis.
Wissenschaft als Schlüssel für bessere Lösungen
Soziale Innovationen entstehen selten isoliert. Sie entwickeln sich in ko-kreativen Umgebungen, in denen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft zusammenarbeiten. Anna Tengqvist, Koordinatorin des Forum for Social Innovation Sweden der Universität Malmö, betonte auf der Veranstaltung: „Soziale Innovation zielt darauf ab, unsere komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verstehen und bessere Lösungen zu entwickeln. Dafür müssen wir diese Herausforderungen tiefer und umfassender begreifen. Es ist entscheidend, Wissenschaft und Forschung effektiv in die Arbeit der Nationalen Kompetenzzentren einzubinden, sodass beide Seiten davon profitieren.“
Die Veranstaltung in Malmö zeigte, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Sie agieren als Co-Innovatoren und verankern Soziale Innovationen in lokalen und regionalen Gemeinschaften. Durch Living Labs, Social Innovation Labs und anwendungsorientierte Forschung tragen sie dazu bei, innovative Ansätze zu erproben, Wirkungen messbar zu machen und erfolgreiche Projekte zu verbreiten. Daniel Krüger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sozialforschungsstelle (sfs) der TU Dortmund, erklärte: „Seit mehreren Jahren leistet auch die anwendungsorientierte Arbeitsforschung einen wichtigen Beitrag zur Erprobung sozial-innovativer Ansätze, häufig in experimentellen Kontexten wie Living Labs. Dieses Potenzial muss voll ausgeschöpft werden, und der Beitrag der Wissenschaft muss stärker in die Arbeit der Nationalen Kompetenzzentren für Soziale Innovationen integriert werden, um die Skalierung, Verbreitung und Institutionalisierung Sozialer Innovationen wirksam zu fördern.“
Schweden geht mit gutem Beispiel voran
Das schwedische Nationale Kompetenzzentrum für Soziale Innovationen zeigte während der Veranstaltung eindrucksvoll: Seine Verankerung über die Universität Malmö bietet organisatorische Stabilität und eine enge Verzahnung mit wissenschaftlicher Analyse und kontinuierlichem Lernen. Regelmäßige Evaluierungen, thematische Studien, Fachkonferenzen und wissenschaftliche Begleitung sichern die Qualität und Weiterentwicklung der Arbeit. Forschende aus verschiedenen Disziplinen bringen ihr Wissen über soziale Innovationsprozesse, Ko-Kreation und Wirkungsmessung ein. Gleichzeitig stellen sie sicher, dass Erkenntnisse aus Projekten systematisch in Programme und Strukturen des Europäischen Sozialfonds (ESF) zurückfließen und langfristig die Entwicklung des schwedischen Wohlfahrtsstaates positiv beeinflussen.
Gemeinsame Herausforderungen – gemeinsame Lösungen
Ein zentrales Element des Treffens in Malmö war die sogenannte Peer-Support-Methode: 59 Teilnehmende - darunter auch von KoSI und Partnerorganisationen aus der European Social Innovation Alliance (ESIA) - präsentierten konkrete Herausforderungen aus der Arbeit ihrer Kompetenzzentren und erhielten direktes Feedback von Kolleg:innen. Dabei ging es um Fragen der Zusammenarbeit mit Verwaltungsbehörden, die Diversifizierung von Finanzierungsquellen oder die Entwicklung von Wirkungsanalysen. Diese Form des Austausches erwies sich als besonders wertvoll, da sie praxisnahe Vorschläge hervorbrachte und ein starkes Gefühl der gegenseitigen Unterstützung förderte.
Das Treffen in Malmö verdeutlichte: Die Nationalen Kompetenzzentren für Soziale Innovationen in der EU entwickeln sich zunehmend von Diskussionsplattformen zu handlungsorientierten Netzwerken, die immer mehr und erfolgreich miteinander kollaborieren. Die Ergebnisse des Treffens sollen unter anderem in die neue EU-Agenda für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit einfließen und beim Social Innovation Forum 2025 in Brüssel vom 01. bis 02. Oktober 2025 vorgestellt werden.
Dieser Artikel basiert auf einem Bericht der Social Innovation+ Initiative zu der Veranstaltung in Malmö. Foto @ Social Innovation+ Initiative
Videos
Mehr Informationen
Documents
No documents yet
There are currently no files or links in this section.Once content is shared, it will appear here.
Please check back later.

